Samstag, 10. November 2007

Horrorklasse oder Terrorjouornalismus?

Seit gestern ist es offiziell, was ich bereits vor Monaten geschrieben habe.
Die angebliche "Horrorklasse" wird tatsächlich von Terrormedien angegriffen. In wirklichkeit handelt es sich bei der Klasse um eine Erfindung von "20 Minuten" und co. Wie schon in meinem ersten Bericht "Zustände wie im Urwald" erläutert, handelt es sich bei dieser Klasse um normale Primarschüler, wie es jeder von uns einst war:

"Die Anfangs "unanständige Klasse" wird zur "Horror-Klasse" und zur "Terror-Klasse"Wird die neue Zuger-Lehrerin die Löwen besänftigen können? So der Blick kurz darauf.Von einem Lehrer des Schulhauses weiss ich, dass 4 dieser angeblichen 6 Lehrer weder terrorisiert noch hinausgeekelt wurde."

Eine Untersuchung ergab nach fast einem halben Jahr, dass lediglich 2 Lehrer zurücktraten.
Wurde doch auch Zeit, dass die Wahrheit ans Tageslicht kommt, auch wenn in der zwischenzeit schon ach so viele Gerüchte verstreut und Jugendliche schlecht dargestellt wurden.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Wahlkampf-Finalrunde


Der Wahlkampf um die nächsten vier Jahre geht ins Finale. Die SVP versucht, möglichst wenig dem Zufall zu überlassen und startet ein Pendant zum GPK-Bericht.


Die gelb markierten Fragen sind Anmerkungen der Redaktion.

Dienstag, 16. Oktober 2007

Vertrauen vs.Sicherheitswahn

Die Menschen sind zurückhaltend, fast schon scheu, die Buschauffeure sitzen in ihren Käfigen aus Plexiglas, jede einzelne Handlung wird von mindestens 3 Videokameras verfolgt, und alle 3 Minuten heult das Martinshorn oder es trillert eine Mundpfeife der "Police". Dies sind die Eindrücke, die Grossbritannien hinterlässt.

Seit den mehrfachen vermeintlichen Anschlägen auf die Insel wurden die Bewohner zusehends eingeschüchtert, wenn nicht gar Paranoid. Die Nasse Mauer, welche das Vereinte Königreich vom Rest der Welt abschirmt, reicht offenbar nicht mehr.

Bereits nach verlassen des Flugzeuges in Heathrow tritt man unter eine Überwachungskamera. Keine gewöhnliche. Nein, es ist eine Alphastrahlen-Kamera. Keine Angst, gefährlich sind diese nicht. Die Alphastrahlung dringt nicht durch organisches Material. Somit kann sie nicht unter die Haut, jedoch durch die Schichten darüber. So ist es möglich, die Einreisenden zu überprüfen. In London wurde kürzlich darüber debattiert, solche Kameras auf den Strassen einzusetzen, doch dies wurde aus Gründen der Privatsphäre abgelehnt. Doch der Flughafen ist ja internationales Gebiet. Deshalb ist dies möglich.

Noch erstaunlicher ist, was im Theater in Cambridge in der Pause auf der Bühne vorzufinden ist. Weder das Stück, noch die Besetzung war besonders gut. Auch hatte es keine Wertgegenstände auf der Bühne. Trotzdem kam während der 10-Minütigen Pause ein Vorhang aus dem Boden. Weiss auf rot stand "Safety Curtain" geschrieben. Der Vorhang schützt angeblich vor Angriffen. Massiv sieht er aus, kein Zweifel. Garantiert schützt er vor Messerangriffen. Doch wozu?
Gibt es denn eigentlich noch etwas wie "Vertrauen"?

Mittwoch, 19. September 2007

Wenn die Luft zum Schneiden dick ist




Neues von 20 Minuten:
Haben Sie gewusst, dass es Scheren gibt, welche man nicht sieht, aber fühlt? Ja, dies sind Windscheren. Passen Sie also auf: wenn Sie das nächste Mal bei Sturm nach draussen gehen, so tragen Sie doch bitte eine Wind-el mit. Zum Schutze.
Das Malheur:
Die MD-82 der Billig-Airline stürzte vor der Landebahn auf Phuket ab. Überraschenderweise war bereits 2 Tage nach dem Absturz die Ursache gefunden. Die Untersuchungen dauern nicht selten mehrere Jahre und am Ende kommt es zu zahlreichen Sicherheitsmängeln, Materialdefekten und die Piloten müssen rehabilitiert werden.
Doch nicht dieses Mal:
Der Tower soll angeblich noch vor Scherwinden gewarnt haben. Dies hat keineswegs mit Scheren zu tun.
Der Begriff Scherwinde (selten auch Windscherung) kommt aus dem Englischen (Wind-shears). Eine Scherung hat verschiedene Sinne, welche jedoch alle auf das Selbe hinausführen: Schwenkung, Richtungsänderung, Abdriften, etc.
Diesen Fehler kann man der Redaktion nicht übel nehmen, denn, freundlich wie 20 Minuten ist, haben Sie uns dafür erklärt, was "landing" bedeutet. Hätten Sie gewusst, das "landing" "Wir landen" bedeutet?

Dienstag, 18. September 2007

Der letzte Schrei

In den vergangenen Wochen waren Zeitungen, 20 Minuten, Radioberichte und sonstige denkbare Medien überhäuft mit Berichten und Fotos des Verschwindens und der Erfolglosen Suche nach Ylenia. Der Fall erschütterte die ganze Schweiz. Die scheinbar so heile Welt Appenzells geriet heftig ins Schwanken, auch wenn auf den Etiketten des "Locher-Biers

Ein Auszug aus dem heutigen "Info24"-Bericht auf Radio 24. Ein Interview mit dem Zuständigen Pathologen zum Fall Ylenia:
"...Doch woran ist Ylenia gestorben? Daniel Eisenhardt ist Gerichtsmediziner. Er hat die Leiche untersucht. - Wir haben bisher eine äussere Untersuchung und eine Leichenöffnung, eine sogenante Autopsie gemacht. Bisher konnten wir noch nichts feststellen. Daher werden weitere Untersuchungen notwendig sein.-
Die Leiche sei Verhältnismässig in einem guten Zustand. Ob Tiere sie angefressen haben, gibt der Gerichtsmediziner nicht bekannt. Es konnte keine äussere Gewalt festgestellt werden..."

Ist dies eine Informative Berichterstattung? Ist es für den Zuhörer wirklich wichtig zu wissen, ob irgendwelche Käfer die Leiche angefressen hätten? Ist es überhaupt nötig, so viel über diese Autopsie zu wissen?

Ist diese "Leiche" überhaupt noch ein Menschliches Produkt, oder bloss noch ein Produkt aus Kommerz und Nachfrage?

Geht es nicht etwas zu weit, wenn die Angehörigen Ylenias nach dem tragischen Schicksal noch Wochenlang Verschwörungstheorien, Hypothesen, welche als Fakten dargestellt werden, und Urteile über sich ergehen lassen müssen?
Reicht es denn nicht, wenn die Öffentlichkeit von ihrem Fund erfährt und anschliessend lediglich wieder über die Untersuchungsergebnisse?

Geehrte Medien, geehrtes Radio 24
Ich bitte Sie, lassen Sie ihr gespieltes Mitleid beiseite, informieren sie sachlich, faktisch und informativ.
INFORMATIV STATT PRIMITIV!

Ein Journalist der NZZ erzählte mir einst, dass man beim Berichte verfassen möglichst wenig Adjektive, eigene Meinungen und Emotionen in die Zeilen stecken soll. Nehmen Sie sich ein Beispiel!

Herzlichen Dank

Mittwoch, 5. September 2007

Schäfcheninitiative oder Unschuldslamm?

Stephan erzählt die neusten Nachrichten, während ich es mir im Sessel einrichte. Nun gut. Wie es scheint, ging es heute ziemlich rasant im Bundeshaus zu und her.

Die SVP deckt nur kurz vor der Geschäftsprüfungskomission den Geheimplan auf. Das Boykott hat offenbar das Ziel, den Armen Vorsitzenden EJPD rauszuekeln, so wie er es im voraus mit einem seiner Angestellten getan hat.

Der Fall ist brisant. Nebst politikern wären da noch ein Banker, ein angeblicher Drogendealer, diverse Anwälte, diverse Dollars, und - nach einem Bild in 10vor10 - höchstwahrscheinlich noch die USA mit ihrem Camp X-Ray oder Camp Delta auf Guantanamò.

Sie sehen, der Fall ist Kompliziert, und so kann ich ihn hier auch nur schlecht kurzfassen. Ein kolumbianischer Drogendealer, der 12 Jahre im Gefängnis ist, will in die Schweiz einreisen. Der vom SVP-Parteiblatt "Weltwoche" ins Kreuzfeuer genommene Staatsanwalt Valentin Rohrschacher missbilligt dies. Er geht noch weiter. Er glaubt, Beziehungen zu einem Bankier ermittelt zu haben. Kurzum lässt er diesen Festnehmen.

Christoph Blocher, in seiner Funktion als Leiter EJPD missfällt dies. Er bittet seinen Angestellten zu gesprächen. Alles scheiterte. Die Folge: Rohrschacher räumt seinen Schreibtisch.

Ein weiteres Zeichen für die mangelnde Kommunikation und Kompetenz Blochers.
Die Zeit könnte nicht günstiger sein:
Wahlen im November. Die Parteien wollen Blocher um jeden Preis raushalten. Alles perfekt getimt. Sie dürfen sich keinerlei Verspätungen leisten.
Allgemeine Verunsicherung überfällt die Schweiz. Wen oder was sollte man in wenigen Monaten wählen? Links, Rechts, oder Mitte?

Erstaunlich: Von allen Seiten kamen "spontane" Reaktionen zu dieser angehenden Staatsaffäre. Doch die sonst so offene SVP, welche bei Medienberichten Quantität vor Qualität setzt, und immer als erste ihren Unsinn schreibt, verstummt dieses Mal ganz. Doch was noch erstaunt. Wie konnten die "unwissenden" Parteien so schnell ihr Urteil fällen?

Nun gilt es für die Politiker, die Opferrolle für sich zu gewinnen. Wen wird man wohl am Ende mehr bemitleiden?
Bundesrat, SVP, oder Blocher?

Er wird sicherlich spannend, der Wahlkampf. Und so freue ich mich schon auf weitere Schlammschlachten, Beleidigungen, Beschimpfungen, Falschaussagen, und Scheinfakten.

Freitag, 31. August 2007

Diplomatie und Demokratie

Auf der Seite der SVP steht geschrieben:
Der UNO-Sonderberichterstatter für Rassismus, Doudou Diène, will vom Bundesrat wissen, wie dieser zur Kampagne der SVP-Ausschaffungsinitiative stehe und ob es diesbezüglich Klagen gegeben habe. Doch dem Senegalesen geht es nur vordergründig um die SVP-Plakate mit dem schwarzen Schaf. Indem er Druck der UNO auf die Schweiz ausübt, will er unsere Landesregierung dazu bringen, sich von der Ausschaffungsinitiative der SVP zu distanzieren. Er will, dass kriminelle Ausländer künftig nicht ausgeschafft werden müssen. Jetzt braucht Doudou Diène dringend eine Lektion in direkter Demokratie.

Es ist ja bekannt, dass es die SVP mit der Kollegialität nicht so genau nimmt. Und wenn man die linke Seite als "Sozial" betrachtet, so verwundert es nicht, dass das "Rechts aussen" absolut asozial ist. Aber es ist wirklich erstaunlich, dass es gewisse Politiker wagen, so über ihre Kollegen zu reden. Bei Blocher und Mörgeli erstaunt dieses verhalten ja inzwischen nicht mehr, doch wer hätte gedacht, dass die ganze Partei sich so tief hinablässt?

Das Verhalten erinnert geradezu an ein kleines Kind, welches sein Eis nicht erhält. So beginnt es herumzuschreien, auf sich aumerksam zu machen und schliesslich beginnt es zu täubeln. Doch haben Sie schon ein 38 jähriges Kind gesehen? So denke ich, liegt die Tendenz bei der SVP eher bei dem ADS, und wohl auch Blocher leidet unter einem argen Aufmerksamkeitsdefizit.
Wie immer trieb es die SVP auch mit dieser Kampagne zu weit.

Auch ist der Text in einem traurigen Deutsch geschrieben, welches wohl eher einem Kind oder einem Nicht-die-Sprache-beherschenden zuzuordnen ist.

Ich mache einen Vorschlag um den Streit zwischen Diène und der SVP zu schlichten.
Diène lernt Demokratie
SVP lernt Diplomatie

Dienstag, 28. August 2007

Ausgeblocht! Jetzt kommt der Dampfreiniger


Sie haben sicherlich bereits bemerkt, dass ich nicht besonders gut auf die SVP zu sprechen bin. Das heisst, es betrifft lediglich, respektive hauptsächlich den Pressedienst der SVP.

In der neusten Pressemitteilung "Geheimplan zur Blocher-Abwahl", geschrieben von einem Herrn, der wie sein Namensvetter immer wieder auf primitivste Art und Weise für Aufmerksamkeit sorgt, steht beispielsweise:

Die heutige Thematisierung des Plans zur Abwahl von Bundesrat Christoph Blocher entspringt keiner wilden Verschwörungstheorie, sondern entspricht den Tatsachen. Während der letzten Jahre haben die Linken und ihre bürgerlichen Mitläufer aus dieser Absicht denn auch kein Hehl gemacht. Sie SP glaubte sogar lange, die Parole „Wir sind gegen Blocher“ könne jede politische Grundsatzarbeit ersetzen. In Form eines eigentlichen Wahldebakels im Kanton Zürich musste die Partei aber erfahren, dass die Fixierung auf das Feindbild Blocher bei den Bürgerinnen und Bürgern zunehmend durchfällt.

Abgesehen von dem "Sie" (siehe: ...Denn auch kein Hehl gemacht. Sie SP...) welches eindeutig ein Flüchtigkeitsfehler ist, was ein weiterer Hinweis für die stürmischen Zustände im rechten Hause ist, ist der Text nicht nur Provokativ, sondern keineswegs Wahrheitsgetreu.

Mein lieber Herr Mörgeli. Ich bitte Sie, lesen Sie doch die Berichte erst durch, bevor Sie sie veröffentlichen. Ich weiss, ich bin nicht besser, doch leider erfreut sich mein Blog noch immer weniger Lesern als Ihre Homepage.

Gehen wir doch etwas ins Detail:
1. Dass eine Verschwörung gegen Blocher im Gange ist, liegt schon lange auf der Hand. Es ist schön, dass auch die SVP allmählich an ihrer Alpha-Witzfigur zweifelt. Ich kann nur hoffen, die "Linken und ihre Verbündeten (alle ausser SVP)" werden auch reussieren.
2. Ich gehe davon aus, dass sich die Aussage "dass die Fixierung auf das Feindbild Blocher bei den Bürgerinnen und Bürgern zunehmend durchfällt." sich auf eine Umfrage unter den Lesern der "Weltwoche" stützt. Ansonsten würde die Seifenblase schon längst zerplatzen. Oder wie können Sie es sich erklären, dass die SVP gezwungen ist, derart viel Werbung zu machen, ein Millionenbudget für Plakate und Inserate auszugeben, und so viele Heisse Luft zu produzieren? Keine andere Partei hat dies so nötig, um überhaupt gewählt zu werden.

Ich will ja nicht sagen, die SVP habe nicht recht. In den Grundsätzen muss ich ihr sogar Recht geben. Doch ich kann mit ihren Kampagnen nichts anfangen.
Als würden nun alle Parteien, welche nicht einen "Vertrag mit dem Volk" aufsetzten für:
-eine Steuererhöhung
-Kriminelle Ausländer
-den EU-Beitritt
kämpfen.

Stimmen Sie für alles was Sie wollen. Doch einen weiteren Blocher kann die Schweiz nicht mehr ertragen. Das Kreuz wurde schon ausreichend verschmiert. Stellen Sie sich vor, C.B. würde der neue Aussenminister und müsste sich ins Ausland begeben...

Sonntag, 19. August 2007

Das Schwarze Schaf


In den letzten Wochen hat man allen Grund, Schafe zu zählen. Die Tiere erobern nun nicht nur die Berge, sondern kommen sogar in städtische Gebiete. Ob Bushaltestelle, Bahnhof, Ladenstrassen, überall sind sie. Ja, sogar die Briefkästen haben sie gefunden. Sie stehen nicht auf grünen Matten, sondern hängen meist an roten Wänden.


"Sicherheit schaffen" steht in grossen Lettern darunter. Das schwarze Schaf wird von der roten Landschaft über die Klippe ins Leere gestossen.


Dies ist Rasismus pur! Das "schwarze Schaf" verkörpert in diesem Fall die als "schwarz, gefährlich" dargestellten Ausländer. Es könnte nicht treffender sein. Ich kann diese Werbung nicht mehr sehen. Als Eidgenosse wehre ich mich gegen diese vermeintliche "Sicherheit". Wenn das ganze so einfach wäre, Sicherheit zu schaffen, warum hat man denn dies nicht schon längst getan?


Ist es nicht so, dass die meisten straffälligen Ausländer ziemlich bald ausgeschafft werden? Die SVP fordert eine Änderung im Gesetz, dass man Ausländer, welche ein "schweres Delikt" begangen haben, das rot-weisse-Paradies verlassen müssen. Doch das Gesetz ist zu wenig eingeschränkt, dass es richten könnte, was ein schweres Delikt ist. Es ist nicht so einfach, meine Damen und Herren SVP.


Und selbst wenn man davon absieht und der SVP recht gibt, dass straffällige Ausländer ausgewiesen werden sollten, und so eine höhere Sicherheit geschaffen werden kann, so frage ich mich, ob die Kampagne mit den schwarzen Schafen nicht zu diskriminierend ist?


"In kaum einem anderen Land leben so viele Ausländer wie in der Schweiz. Ein grosser Teil davon respektiert unsere Gesetze. Viel zu viele Ausländer missachten jedoch unsere Gastfreundschaft. Sie begehen schwere Straftaten, bedrohen unser Eigentum sowie unsere Gesundheit und unser Leben."


Ich will es ja nicht bagatellisieren, doch dies geht für mich zu weit!

Deshalb lanciere ich folgende Grafik.

So ein Theater!

"Glotzt nicht so blöd!". Mit einem Transparent brachte im 19. Jahrhundert Berthold Brecht eine eindeutige Botschaft ins Publikum über. In dieser Zeit galt es als modern, das Epische Theater zu verfremden. Man wollte keine Wahrheiten sondern lediglich ein (Schau-)Spiel.

El grande theatro del mundo. Das grossartige Stück aus der Barockzeit, neu übersetzt von Thomas Hürlimann. In aller Munde ist es derzeit, genau wie die "Halter-Bonbons". In Einsiedeln finden Demonstrationen dagegen statt, Flyers werden Vereilt, auf welchen erläutert steht, wie schädlich diese Vorführung doch sein soll, in den Zeitungen steht geschrieben, dass sich der Einsiedler Abt gegen das Theater stemmt, man könnte diese Liste noch weiterführen.

Wenn man sich schon dagegen stemmt, sollte man sich zuerst damit befassen:
Die Leute im 19. Jahrhundert suchten im Theater hauptsächlich Unterhaltung. Vergleichbar mit dem Sender MTV. Dies heisst nicht, dass man die Informationen aus MTV so ernst nehmen darf, wie diejenigen aus NTV (News-TV). So soll man auch wissen, dass dieses Theater weder über die Kirche, noch über die Menschheit lästert.

Trotzdem überströmen Leserbriefe die Zeitungen. Ich rate doch Ihnen:
Gehen Sie das Theater besuchen. Es lohnt sich auf jeden Fall. Setzen Sie sich auf einen der harten Plastikschalen und lehnen Sie sich zurück. Lassen Sie sich vom Schauspiel der Menge, und der Farben berauschen und geniessen Sie es. Es mag sein, dass gewisse Szenen recht einfahren werden, doch dies ist das Ziel der Epik. Warum sollte man es als schlechtes Zeichen sehen?

Vergessen Sie nicht:
Es ist nur ein Theater!

Donnerstag, 26. Juli 2007

Vom Spitzensport zum Spritzensport

Sehr geehrte Fernsehsender

Ich bewundere Ihren Mut, ihre Entschlossenheit und ihre Genauigkeit. Es ist wirklich erfreulich, dass Sie sich gegen den Strom der Einschaltquoten - welche zwar sinken, jedoch noch hoch genug sind - zu werfen, und auf weitere Tour de France Emissionen zu verzichten.


Ich bin wirklich erstaunt, dass mein dritter Eintrag bereits ein Lob sein wird, doch auch das wird sicherlich nicht schaden.

Ja, die TdF ging gestern zu Ende. Im Mittelpunkt stand jedoch nicht der Name des Siegers, sondern der Name eines Chinesen Namens Do Ping. Ich muss sagen, solcher Hochleistungssport hat für mich jeglichen Reiz verloren. Inzwischen siegt nicht mehr der beste, sondern derjenige, welcher am meisten in sich hineingepumt hat.

Wie auch immer, ich kann Ihnen nur sagen, wie sehr ich ihre Sanktion begrüsse.
Mit freundlichen Grüssen
Medien Müll

Samstag, 21. Juli 2007

Fall No. 1

Peter Wuffli macht, nach seinem überraschenden Abgang bei UBS, mit seiner Familie Ferien in Japan.

"Wuffli steht mit seiner Familie am First-Class-Check-in im Terminal 1 des Zürcher Flughafens. Sie fliegen jedoch Business-Class...Wuffli ist für seine Bescheidenheit bekannt."

So berichtet der Sonntags Blick am 15.7.07 über den abreisenden Wuffli.

Bescheiden. So so... Er fliegt ja Business, rechnen wir mal nach. Eine 5-Köpfige Familie bezahlt für einen Flug nach Tokyo mit Swiss läppische CHF 28'840.00.

Können Sie hier eine Bescheidenheit sehen? also für 30000.- könnte man ja so allerlei kaufen. Das Wuffli am First-Class Check-in einchecken konnte, verdankt er wohl seiner Miles&More-Mitgliedschaft, welche wohl aus Berufsgründen bis zum Senator geführt wurde.

Was der "Blick" vermutlich sagen will, ist dass jeder Journalist im Hause "Blick" mindestens First Class fliegt, wenn nicht sogar Privat.

Aber schliesslich glaube ich, dass diese Aussage genau so zutrifft wie dieses kleine Wort "bescheiden".

Zustände wie im Urwald

Sehr geehrte Damen und Herren



Haben Sie "heute" schon während "20 Minuten" Ihren "Blick" auf eine Zeitung gerichtet? Haben Sie dabei unvollständige oder gar falsche Aussagen entdeckt?

Und haben Sie sich auch überlegt, ob das, was Sie lesen wirklich wahr ist?



Stellen Sie sich vor, die Schweiz läge nicht auf dem 47. Breitengrad, sondern die Zahl wäre um einiges verringert. Wir befänden uns in einem Urwald. Eine Schimpansenmutter lässt ihr Neugebohrenes versehentlich fallen. Mit einem plätschern fällt das hilflose in das Wasser wo ein Krokodil bereits hungrig wartet. Unter der Wasseroberfläche warten bereits die Piranhas um sich an den Resten zu ernähren.



Sie denken wohl: "In der Schweiz gibt es weder Krokodile noch Piranhas, jedenfalls nicht in den Seen. Und ausser in der Politik kommen auch Affen sehr selten vor."

Da muss ich Ihnen Recht geben. Solange Afrika nicht zur Schweiz gehört, wie Mallorca zu Deutschland, mag dies auch durchaus sein. Doch das Prinzip ist sehr ähnlich.

Das kleine Äfflein wird von den grossen Krokodilen angefressen. Die Tat wurde begangen. Sofort, noch vor den Rettungsdiensten sind die Piranhas vor Ort. Mit ihren Notebooks, Diktiergeräten, Kameras et cetera. Auch diese versuchen, noch möglichst viel zu erhaschen.
Nach geraumer Zeit wird das Äfflein wieder ausgeschieden. Sofort kommen Sekundärverwerter dazu. Nach dem Verdauungsprozess ist das Äfflein durch diverse Stoffe Verunreinigt. Gerüchte werden in die Welt gesetzt, Vermutungen werden geäussert und sofort als Tatsachen anerkannt.

So kommt es auch vor, dass eine "Terror-Klasse" geboren wird, in den Staaten ein dreijähriger Junge ins Gefängnis muss, weil er seinen Vater umgebracht hat.

"Wenn die 20 Minuten es schreiben, so muss es ja stimmen." Mit dieser Aussage rechtfertigt der Zischtigs-Club dann seine Emission über das Borrweg-Schulhaus, und wie schlimm doch die "heutige Jugend" sei. Die Situation Eskaliert, denn inzwischen haben auch Radiostationen das Fleisch gerochen und stürzen sich darauf.

Die Quote ist alles. Im Wettlauf gegen die Zeit wird alles noch heraufgespielt und veröffentlicht.
Die Anfangs "unanständige Klasse" wird zur "Horror-Klasse" und zur "Terror-Klasse"
Wird die neue Zuger-Lehrerin die Löwen besänftigen können? So der Blick kurz darauf.

Von einem Lehrer des Schulhauses weiss ich, dass 4 dieser angeblichen 6 Lehrer weder terrorisiert noch hinausgeekelt wurde.

Hat die Schweiz eine solche Medinestruktur wirklich nötig?
Ich denke kaum, und so kommt es, dass ich mich in diesem Blog gegen alle Medien wehre, welche rücksichtslos die Quote vor die Wahrheit stellen.